Projekttage der 6d zum Thema Blindheit Wir von der Klasse 6d haben Projekttage zum Thema "Blindheit - Sehbehinderung" gestaltet. Am Mittwoch waren wir im Dialogmuseum und haben im Rahmen der Aktion "Unsichtbarer Freund" an einer Schulung teilgenommen, wie man Blinden und Sehbehindern ein unaufdringlicher Helfer sein kann. Am Donnerstag haben wir in der Turnhalle ein Blindentraining gemacht, bei dem ein Kind, dem die Augen verbunden wurden, von einem anderen Kind geführt wurde. Wir haben auch "Fühlboxen" gebastelt. In die Boxen kann man einen Gegenstand oder z. B. Geld legen. Die Dinge müssen dann von einer anderen Person ertastet werden. Am Freitag hatten wir dann eine schöne Präsentation auf dem Jahrgangsflur. Es hat Spaß gemacht, die Ergebnisse der anderen Kinder und Klassen anzuschauen! Georgiy: Ich habe im Dialogmuseum gelernt, wie man einem / einer Blinden über die Straße hilft. Bevor man hilft, muss man immer erst fragen, ob die Hilfe überhaupt benötigt wird. Denn die Blinden können viel mehr als man denkt!  Blinde Menschen können z.B. so schnell lesen wie sehende Menschen. Die Schrift für die Blinden heißt Punkteschrift. Einige tierliebe Blinde haben Führhunde. Die sind sehr gut dressiert und führen den blinden Menschen. Wenn er vor einer roten Ampel steht, bellt der Hund. Die Führhunde helfen dem Menschen, damit er nicht in etwas hinein läuft.  

Klasse 6a im Dialogmuseum

Die Klasse 6a der Paul-Hindemith- Schule wurde vom Frankfurter Dialogmuseum dazu ausgewählt, am 7.10.2014 einen Tag im Dialogmuseum zu verbringen. Zu Beginn bekam die Klasse ein kurzes Einführungsreferat und jeder erhielt einen Fragebogen zum Thema „Blindheit und Sehbehinderung“. Danach wurden Kleingruppen von einem blinden Mitarbeiter durch einen absolut lichtlosen Raum geführt. So konnten wir eine ganz neue Erfahrung machen und uns in einen blinden Menschen hineinversetzen. Durch das Fehlen des Sehsinns wurden wir auf die anderen Sinne zurück geworfen. Der Tastsinn wurde jetzt ganz wichtig. Jeder hatte einen Blindenstock, was uns half Hindernissen auszuweichen. Auch das Befühlen von verschiedenen Oberflächen und Gegenständen, wie Obst und Gemüse ersetzte jetzt den ansonsten alltäglich eingesetzten Sehsinn. Der Hörsinn wurde auch stark gefordert, weil die Ohren wahrnehmen konnten, wo sich eine Person im Raum befand und wie weit sie etwa entfernt war. Zum Abschluss der Führung ging es in die DunkelBar, wo wir die Möglichkeit hatten, ein Getränk oder eine Kleinigkeit zu essen zu bestellen. An einem Tisch wurde dann im Dunkeln gegessen und getrunken, und wir hatten die Gelegenheit, unserem blinden Führer ein paar Fragen zu stellen und unsere Gedanken und Erfahrungen zum Dunkelparcours mitzuteilen. Im Anschluss daran hatte jeder Schüler und jede Schülerin die Möglichkeit „Unsichtbarer Freund“ zu werden. Voraussetzung dazu war eine praktische Prüfung, bei der jeweils zwei Schüler/innen einen blinden Menschen in der Alltagswelt draußen vor dem Dialogmuseum führen mussten. Dann erhielt jeder Schüler sein Diplom „Unsichtbarer Freund“ mit einem Anstecker. Zum Abschluss gab es noch eine Fragestunde mit einem blinden Mitarbeiter sowie ein Abschlussgespräch mit der Klasse. Bei der Reflexion einen Tag später wurde deutlich, welchen großen Eindruck dieser Besuch im Dialogmuseum – insbesondere der direkte Umgang mit blinden Menschen – bei allen Beteiligten hinterlassen hatte. Viele haben jetzt das Thema „Blindheit und Sehbehinderung“ mit „anderen Augen“ gesehen.

Wie fühlst du dich als „Unsichtbarer Freund“ und was hat

sich für dich dabei verändert?

Am heutigen Tag, Dienstag den 7.10.2014, wurde ich „Unsichtbarer Freund“, indem ich mit einem blinden Menschen spazieren war, und jetzt weiß ich, wie man blinde Menschen führt. Es fühlt sich gut an zu wissen, dass ich blinden Menschen jetzt besser helfen kann als vorher. Als wir in Kleingruppen von einer blinden Frau durch einen Dunkelraum geführt wurden, hat das mir gezeigt, wie schwer es blinde Menschen haben. Das hat in mir verändert, dass ich blinde Menschen deshalb sehr respektiere. Wenn ich einen blinden Menschen auf der Straße sehe, frage ich ihn, ob er Hilfe braucht um über die Straße zu gehen und ob ich ihn anfassen darf. Was ich auch sehr bei blinden Menschen bewundere ist, dass sie gut hören können. Ich finde, die Menschen, die nicht blind sind, sollten dankbar sein, dass sie sehen können. Geschrieben von Virginia (Klasse 6a)  
Projekt “Blindheit - Sehbehinderung”
Loombänder